Neue Impulse für "Alte Seegrasspinnerei" durch ökologische Sanierung
Innovativer Ausbau mit ökologischen Baustoffen und regenerativer Energietechnik
Im ökologischen, sozialen und kulturellen Zentrum "Alte Seegrasspinnerei" in Nürtingen wird ein neues Großprojekt umgesetzt. Ein bisher ungenutzter Teil des unter Denkmalschutz stehenden Industrie-Gebäudeensembles aus den Jahren 1872 bis 1888 soll nun mit neuem Leben erfüllt werden.
Das riesige Fabrikationsgebäude bietet auf vier Etagen insgesamt 1.550 m² Nutzfläche für neue Einrichtungen und Initiativen für Kinder, Jugendliche und Familien. Geplant ist der denkmalgerechte Ausbau mit ökologischen Baustoffen und regenerativer Energietechnik. Der Umbau des Geländes erfolgt sukzessiv unter Einbeziehung sozial benachteiligter Jugendlicher, die aus diesem Projekt Erfolgserlebnisse und neues Selbstbewusstsein gewinnen werden.
Denkmalschutz – Bausubstanz – Gebäudesanierung
Ein Schwerpunkt des Projektes wird die Sanierung der historischen Fachwerkwände sein. Die Gefache selbst scheinen derzeit noch relativ intakt. Schadhafte Stellen werden mit dem ursprünglich verwendeten Baustoff Lehm repariert bzw. erneuert. Da die Wände den heutigen energetischen Anforderungen nicht mehr entsprechen, müssen sie gedämmt werden. Da eine äußere Fassadendämmung in diesem Fall wegen Auflagen des Denkmalschutzamtes nicht möglich bzw. gewünscht ist, wird eine Innendämmung eingebracht.
Bei solchen Maßnahmen besteht potentiell die Gefahr einer Taupunktverschiebung in den Dämmstoff hinein, woraus Feuchteschäden resultieren können. Zur Lösung dieses Dilemmas werden zum einen kapillar-aktive Baustoffe wie Holzweichfaserplatten zur Dämmung genutzt und Lehm als Putzsystem einsetzt. Diese Materialien sind in der Lage, anfallende Feuchtigkeit an die Oberflächen zu leiten, wo sie verdunsten kann.
Zum anderen wird die Oberflächentemperatur der Wände soweit erhöht, dass der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf nicht mehr kondensieren kann. Dies geschieht durch ein Wandheizungssystem, welches in die Putzschale eingebracht wird. Zusätzlich werden Heizleitungen gezielt an kritische Bauteile (Wärmebrücken) wie Raumecken, Wand-Boden- und Wand-Deckenübergängen geführt.
Über die bauwerkserhaltende Komponente hinaus erzeugt ein solcher Wandaufbau ein sehr gesundes und behagliches Raumklima. Außerdem kann mit der Wandheizung bis zu 20 % Energie gegenüber herkömmlichen Heizkörpern gespart werden. Da die Heizflächen mit einer relativ geringen Wasser-Vorlauftemperatur von max. 45°C auskommen, lassen sie sich ideal in das innovative Energiekonzept einbinden.
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